Hühner nehmen Nahrung mit Augen ins Visier

Aktualisiert: 11. Jan.

Zielorientiert Picken die Hühner ihre Nahrung auf. Dazu braucht es einen kräftigen Schnabel und ein gutes Augenmass. Andere Geflügelarten wie die Gänse haben einen Schnabel der das abbeissen von Gräsern ermöglicht und nicht für ein aufpicken von Körnern gebaut ist.





Picken bedeutet nach den Duden: «Mit den Schnabel in kurzen, schnellen Stössen Nahrung zu sich zu nehmen.» Bei diesem schnellen Vorgang schiebt sich die Nickhaut über das Auge. Diese Haut schützt das Auge und reinigt es zugleich. Sie ist erkennbar durch die milchige Farbe im Auge. Das wichtigste Instrument für das Picken, der Schnabel, ist ein Gebilde aus Haut welches an der Oberhaut stark verhornt ist. Die Hornschicht wächst laufend nach, wenn nicht durch Abnutzung zurückgestuft wird. Geschieht dies nicht, so wird der Schnabel unnatürlich lang, was bei der Nahrungsaufnahme zu Problemen führen kann. Hühner haben mit dem Gesichtsfeld von 300 Grad fast eine Rundumsicht und können daher Nahrung schnell erspähen. Doch um sie genau zu erfassen muss die Nahrung in das binokulare Gesichtsfeld gerückt werden. Dazu nimmt das Huhn den Kopf weit zurück um das Korn von beiden Augen zu erfassen. Weil Hühner die räumlichen Abstände nur ins Verhältnis setzen können wird der Gegenstand dann von beiden Augen scharf fixiert. Egal ob das Huhn mit der Nahrungsaufnahme erfolgreich war oder nicht, nach jedem picken geht der Kopf zurück. Die Form und der Aufbau des Schnabels sind beim Geflügel auf ihre Nahrung ausgerichtet und deshalb unterschiedlich. Die Hühner haben einen spitzen, und im Verhältnis zu anderem Geflügel einen kurzen Schnabel. Diese Bauweise ist perfekt um kleine, feste Körner aufzunehmen. Bei den Gänsen ist der Schnabel fest und schmal. Denn so ist er einerseits optimal geformt um Gräser abzubeissen und eignet sich andererseits für die Aufnahme von Körnern. Bei den Enten ist der Schnabel lange, wodurch es leichter ist weiche, feuchte Nahrung wie Wasserpflanzen oder Wassertiere aufzunehmen.


Das Augenmass der Hühner

Ob ein Geflügel bei seinem Streifzug durch den Auslauf etwas aufpickt oder nicht, hängt davon ab, wie gross der Reiz dafür ist. Beim ausschlaggebenden Reiz handelt es sich meist um die Grösse des Nahrungsstückes. Denn alle Geflügelarten verfügen über ein Augenmass für verzehrbare Grössen des Futters. Was nun leicht verzehrbar ist, ist bei jeder Geflügelart unterschiedlich denn die optimale Grösse hängt von der Schnabelgrösse und der Schlundweite ab. Beim Huhn liegt die bevorzugte Grösse bei zirka 2,5mm, was ungefähr einem Weizenkorn entspricht. Enten bevorzugen die Grösse eines Maiskornes. Alles was darunter liegt nehmen die Tiere sofort an. Grössere Stücke hingegen lehnen sie in der Regel ab. Natürlich spielt hier auch der Grad des Hungers eine Rolle. Gesättigte Tiere sind weitaus wählerischer als solche mit grossem Hunger. Nicht entscheidend aber dennoch wichtig sind auch die Oberflächenbeschaffenheit und die taktile Beschaffenheit des Futters. In den ersten drei Lebenstagen picken Küken gleichermassen essbares wie nicht essbares auf. Dabei machen sie auch keinen Halt vor den Zehen ihrer Geschwister. Erst danach werden Erfahrungen in das pickverhalten mit ein bezogen und die kleinen Küken nehmen vermehrt Nahrung zu sich.

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